Meeting-Horror

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Meeting-Horror: Warum Trainer-Kompetenz im Unternehmen so wichtig ist!

Eine kleine Anekdote aus meinem Berufsleben – vielleicht erkennen Sie sich selbst oder Ihre Mitarbeiter wieder?

Ich gehe zu einem Meeting. Alle Mitarbeiter sitzen erwartungsvoll mit ihren Kaffeetassen um einen Besprechungstisch, an dessen Kopf der Schuldige sitzt, der das Meeting einberufen hat. Er nestelt gerade noch am Kabel zwischen seinem PC und dem Beamer herum und flucht, warum das nie richtig funktioniert. Es folgen 2 Stunden Frontalberieselung mit der schauderhaften Untermalung unzähliger Powerpoint-Folien. Mit Grauen erblicke ich nach zwanzig langweiligen Minuten „Folie 15 von 53“ am rechten Seitenrand.

Vorsichtshalber checke ich, ob nicht etwas Wichtiges auf meinem Telefon passiert ist, irgendeine wichtige Nachricht oder ein Anruf, der mich aus diesem Meeting befreien könnte. Irgendwann schaltet sich der übliche Nörgler in den Frontalvortrag ein und beginnt zu erläutern, warum das bisher Gesagte alles 1. nicht richtig und 2. nicht umsetzbar ist. Darauf folgt eine weniger konstruktive Diskussion zwischen Meeting-Leiter und Nörgler, während ich mich wenigstens auf meine Mails konzentrieren kann.

Dann steht der Meetingleiter auf und will unsere Ideen zu diesem Thema sammeln. Er kritzelt mit einem fast ausgetrockneten Marker unlesbare Wörter auf das Papier Flipchart. Ein oder zwei Vorschläge kommen aus dem Plenum, dann bringt er selbst noch drei wichtige Punkte ein, die er sich überlegt hat. Er will nun die Zustimmung des ganzen Publikums für das Geschriebene. Wir nicken, damit es schnell vorbei geht.

Nach den veranschlagten 2 Stunden freue ich mich schon auf das produktive Arbeiten im Büro, als der Meetingleiter sagt: „Es sieht so aus, als würden wir noch eine weitere Stunde brauchen.“ Ich starre entsetzt auf den rechten unteren Rand der Powerpoint: 34 von 53. Ich bin bereits beim nächsten Meeting eingeladen, also entschuldige ich mich und verlasse mich darauf, dass ich die restliche Stunde im Protokoll nachlesen kann. Auch meine ToDos habe ich mir nicht notiert. Man wird es mir schon sagen, falls ich etwas zu tun hätte. Es folgt weder Protokoll noch ToDo-Liste.

2 Monate später werde ich zum 2. Meeting zu diesem Thema eingeladen. Ich soll dort wie alle anderen berichten, was ich in der Zwischenzeit zu diesem Thema getan hätte und wie weit ich mit meinen Aufgaben bin. Ich rufe meine Kollegin an, die mich fragt: „gut dass du anrufst, weißt du, worüber wir das letzte Mal gesprochen haben?“ Ich: „nein, ich sag dann einfach, ich bin nicht dazu gekommen“ – „Gut – ich auch nicht“.

So und nicht anders stellt sich häufig der Meeting-Alltag in Unternehmen dar. Schlecht vorbereitete Meetings frustrieren die teilnehmenden Mitarbeiter nicht nur, sie verschwenden auch wertvolle Arbeitszeit. Viel zu oft gibt es weder eine Vorbereitung noch eine Nachbereitung von Meetings. Nicht selten passiert es, dass man zeitlich verzögert in den gleichen Meetings sitzt, weil eben in der Zwischenzeit niemand wusste, was genau er zu tun gehabt hätte.

Um acht Führungskräfte und jemanden aus dem Top Management für 4 Stunden in einem Meeting/Workshop von ihrer Arbeit abzuhalten, muss es schon einen verdammt guten Grund und eine sehr gute, effiziente Moderation geben, um diese teure Zeit auch optimal zu nutzen.

Wenn Meetings in Ihrem Unternehmen an der Tagesordnung stehen bzw. Ihre Meeting-Räume im Unternehmen laufend besetzt sind, sollten Sie sich definitiv Gedanken darüber machen, ob die Zeit, die ihre Mitarbeiter und Führungskräfte darin verbringen, effizient genutzt wird.

Es zahlt sich aus, die Kompetenz derjenigen Mitarbeiter in ihrem Unternehmen, die diese Meetings oder Workshops leiten, dahingehend zu entwickeln, dass sie genau dafür sorgen können. Damit Meetings zeitsparend, zielführend, konstruktiv und vielleicht sogar inspirierend und nachhaltig für Ihre Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen werden.

Sie haben schon ein oder zwei Personen in Ihrem Unternehmen, die diese Kompetenz weiterentwickeln sollten? Wir haben eine Train the Trainer-Ausbildung für Sie.

MMag. Eva Hochmüller, Lehrgangsmanagement Balance Akademie