Was wagen Sie heute?

Was wagen Sie heute?

Kennen Sie George Dantzig? – Er studierte 1939 in Berkeley Mathematik. Eines Tages kam er zu spät zur Statistik-Vorlesung. An der Tafel standen zwei Aufgaben, die der Professor dort notiert hatte. Dantzig hielt sie für Hausaufgaben. Er fand, dass sie ziemlich schwierig waren, aber einige Tage später gab er die Lösung ab. Dann erfuhr er von seinem Professor, dass es keine Hausaufgaben, sondern zwei bis dahin unbewiesene Thesen der Statistik waren, die er gelöst hatte! – Nun die Frage: Hätte Dantzig die Aufgaben auch lösen können, wenn er gewusst hätte, dass sie als „unlösbar“ galten? – Wir wissen es nicht.

Und was hätten Sie getan?

Viele Menschen würde die Kenntnis darüber, dass eine Aufgabe als unlösbar gilt, davon abhalten, es überhaupt erst zu versuchen. Sie halten an dem Mindset fest, dass die Umwelt unveränderlich ist, Regeln für alle Ewigkeit gelten, ein Problem immer ein Problem bleiben wird und dass „man selbst leider gar nichts daran ändern kann“. Sie arrangieren sich mit den Gegebenheiten. Man nennt diese Einstellung nach der Psychologieprofessorin Carol Dweck auch „statisches Selbstbild“.

Menschen mit einem „dynamischen Selbstbild“ dagegen glauben, dass es immer möglich ist, etwas zu verändern, zu verbessern und dass man Ziele durch Anstrengung, Übung und Einsatz erreichen kann. Sie sind der Überzeugung, dass auch herausfordernde Aufgaben lösbar sind und sie selbst etwas in der Welt bewirken können. Vor Carol Dweck hat bereits Virginia Satir, eine der bedeutendsten Familientherapeutinnen, das „Hierarchische Modell“ bzw. das „Wachstumsmodell“ beschrieben, welche ähnliche Schlussfolgerungen zulassen.

„Diese zwei Weltbilder sind wie zwei Brillen, durch die man die Welt, sein Leben und seine Arbeit betrachtet und interpretiert.“ Anja Förster und Peter Kreuz, Business Vordenker

Wie es Ihre Welt beeinflusst, an welchem Mindset Sie festhalten

Ihre Arbeit langweilt Sie? – Ihr Vorgesetzter erkennt Ihr Potenzial nicht? – Ihr Partner macht Ihnen immer dieselben Vorwürfe?

Verändern Sie es! – Und wenn Sie jetzt denken: „Was soll ich daran ändern, dass meine Arbeit langweilig ist oder mein Partner alles falsch sieht?“ … sind Sie im statischen Selbstbild gefangen.

Denn was hindert Sie daran, Ihre Arbeit zu verändern und darüber nachzudenken, wie Sie diese spannender gestalten können? – Oder was hindert Sie daran, gemeinsam mit Ihrem Partner Ihren Beziehungsmustern auf den Grund zu gehen und diese zu lösen?

Das Wichtigste ist, was Sie über sich selbst denken

Vor einigen Wochen kamen zwei Führungskräfte eines international tätigen Konzerns zu mir und baten um meine Unterstützung bei einem Zukunftsworkshop. Es sollte nicht darum gehen, wie sie ihre Ziele erreichen können, sondern darum, wie sie ihre Arbeit sinnvoller, wertsteigernder und positiver gestalten können. Ganz ohne entsprechende Zielvorgabe durch den Konzern. Einfach, weil sie es wollten. Im Workshop kamen den beiden viele Ideen, die es nur mehr zu kanalisieren und umzusetzen galt. Keine zusätzlichen finanziellen Ressourcen wurden dafür benötigt. Nur durch das „Darüber-Nachdenken“, wie sie ihre Arbeit für sich selbst wieder interessant, spannend, inspirierend gestalten könnten, veränderten sie ihr Mindset in ein dynamisches Selbstbild.

„Es gibt keinen Job, der zu klein oder zu langweilig wäre, um ihn nicht besser oder interessanter oder wertvoller machen zu können.“ Anja Förster & Peter Kreuz, Business Vordenker

Das Leben ist eine Spielwiese, die alle Möglichkeiten bietet

Der Nebeneffekt dieses Workshops war eine sehr freudvolle Energie, mit der die beiden Führungskräfte in die Umsetzung starteten. „Playful“ war das Wort, das sie aus ihrer Arbeit im Workshop mitnahmen. Und jede Menge sinnvoller Initiativen, die tatsächlich etwas bewirken. Für sie selbst, das Unternehmen, die Mitarbeiter und letztendlich für die Gesellschaft und die Welt an sich.

Was dazu nötig war? – Eine Auseinandersetzung mit jenen inneren Anteilen, die die beiden Führungskräfte mit „Controller“ und „Sicherheitsbeauftragter“ betitelten. Auch diese Anteile hatten eine positive Absicht, die in einer Übung bewusst werden durfte. Und als sich die Anteile gesehen, wertgeschätzt und respektiert fühlten, war der fortlaufende innere Kampf mit den Stimmen der „Lebenskraft“ und „Lebensfreude“ beendet. Die Friedenspfeife durfte geraucht und gemeinsam Pläne geschmiedet werden.

Und so halte ich es mit Lucius Annaeus Seneca, einem römischen Politiker, Dichter und Philosophen, der bereits vor mehr als 2000 Jahren sagte:

„Nicht weil es schwer ist wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“

Und was wagen Sie heute? – Womit werden Sie die Welt, Ihre Beziehungen und Ihre Arbeit heute ein Stück weit positiver und interessanter gestalten?

© Ruth Berghofer
Geschäftsführung BALANCE Akademie und Executive Coach

Veränderungscoaching jetzt buchen.

Quellen:

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/George_Dantzig
Dweck, Carol: „Selbstbild – Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt“, Piper Taschenbuch
Satir, Virginia: „Kommunikation, Selbstwert, Kongruenz“, Junfermann-Verlag
Förster, Anja & Kreuz, Peter: „Zündstoff für Andersdenker“, Murmann Publishers
Gut zitiert: www.gutzitiert.de/zitat_autor_lucius_annaeus_seneca_thema_aufgabe_zitat_22980.html