Jahresrückschau 2025: Selbstcoaching mit Gefühl, Verstand und bewusster Ausrichtung

Jahresrückschau 2025: Selbstcoaching mit Gefühl, Verstand und bewusster Ausrichtung
Zwischen Überdruss und der Freude an bewusster Ausrichtung
Die Flut an Jahresrückblicken auf Social Media lädt oft mehr zum Augenrollen ein als zur Reflexion. Und doch ist genau diese bewusste Rückschau für mich Jahr für Jahr ein entscheidender Moment. Sie hilft mir, mich zu sortieren, und mich nicht nur zu fragen, was ich im kommenden Jahr will – sondern wie ich es leben möchte. Ganz ohne Vision Board und Zielekatalog im klassischen Sinn. Mit einer inneren Orientierung – und die braucht die Verbindung von Kognition und Emotion.
Ich teile hier meine ganz persönliche Form der kognitiv-emotionalen Jahresrückschau – mit einem Methoden-Mix, den ich über Jahre kultiviert und für mich verändert habe und die mich nicht nur in meiner Selbstführung, sondern auch in meiner beruflichen und unternehmerischen Klarheit unterstützen.
Schritt 1: Die analytische Kalenderanalyse – eine Done-Liste für mein Jahr
Früher zählte ich bestimmte Einträge manuell, heute macht das die KI. Wie viele Coachings, wie viele Seminartage, wie viele Reisen etc. absolvierte ich im vergangenen Jahr. Einerseits zeigt es mir auf, wenn ich mich in etwas verrannt habe oder zu viel von etwas, das ich nicht will, in mein Leben gelassen habe. Andererseits zeigt es mir auch, wie viel ich gemacht und geschafft habe, wie eine DONE-Liste am Ende eines langen Arbeitstages. Es schafft Zufriedenheit und Verständnis für ein Gefühl der Erschöpfung.
Schritt 2: Highlights und Lowlights – eine ehrliche Bilanz
Wie in Tim Ferriss‘ „Past Year Review“ nehme ich mir den Kalender des letzten Jahres Woche für Woche vor und stelle mir für jede Woche die Fragen:
Was war mein Highlight der Woche bzw. was war das Beste an dieser Woche?
UND:
Was war mein Lowlight der Woche bzw. was war an dieser Woche unangenehm?
Die Highlights notiere ich auf einem Blatt Papier in der Spalte + und in der Spalte – sammle ich die Lowlights. Die – Liste wird zu meiner Not-To-Do-Liste. Dort finden sich Termine, Gewohnheiten und Aktivitäten, die ich 2026 vermeiden oder bewusst abschaffen will. Glücklicherweise hatte ich schon Ende des Jahres 2025 viele dieser Aktivitäten auslaufen lassen und nehme ich sie nicht mehr mit in das kommende Jahr.
Die + Liste zeigt mir auf, worauf ich meinen Fokus 2026 verstärkt richten will. Erlebnisse, Gefühle, Termine, von denen ich mehr haben will, die ich besser pflegen oder vermehrt planen will.
Schritt 3: Die Galerie meines Jahres – visuelle Reflexion über Emotionen
Ich mache die Galerie auf meinem Handy auf und gehe chronologisch durch die Bilder, die ich in diesem Jahr gemacht habe. Ich ergänze die beiden + und -Listen um die Erlebnisse, die ich mit Bildern festgehalten haben, aber nicht mein Kalender.
Schritt 4: Die Mindmap – meine Ausrichtung für 2026
Ich mache meine 2026er Mindmap. In die Mitte schreibe ich 2026 und dann notiere ich Begriffe, die sich aus der +-Liste ergeben haben bzw. die jetzt in mir auftauchen, da ich das Jahr 2025 bewusst abschließe: Wünsche, Bedürfnisse, Werte oder auch wichtige Bereiche meines Lebens, die ich im Fokus haben will.
Auf meiner Mindmap findet sich z.B. eine große Blase für “Praxis” – damit ist meine Achtsamkeitspraxis gemeint und von dieser Blase verlaufen die Grundpfeiler meiner Praxis (Meditation, Retreats, Mindful Co-Working).
Außerdem findet sich dort ein Begriff “(unbequeme) Ehrlichkeit”. Mir ist 2025 aufgefallen, dass ich in einigen Situationen geschwiegen habe, anstatt das auszusprechen, was ich mir denke und was mir tatsächlich wichtig gewesen wäre. 2026 will ich das aussprechen, auch wenn es für mein Gegenüber oder mich ein unbequemerer Weg ist.
Und dann ist da das Wort “Liebevoll” (bewusst groß geschrieben). Mein 2026 soll voll von Liebe sein. Für die Menschen in meinem Leben. Mögen meine Gesten und Taten vor allem liebevoll sein. Und möge ich besonders in schwierigen Situationen oder Beziehungen zuerst zu meiner Liebe für den/die Menschen finden, bevor ich handle oder spreche. (und das ist verbunden mit dem Begriff “(unbequeme) Ehrlichkeit”).
Die Mindmap umfasst noch weitere Qualitäten, auf die ich meinen Fokus richte. Ich verbinde mich in den nächsten Tagen oft mit dieser Seite in meinem Notizbuch. Ich meditiere darauf und ergänze oder streiche, wo es mir in den Sinn kommt. Außerdem nehme ich sie 2026 immer wieder zu mir, um zu prüfen, ob ich meiner Ausrichtung entsprechend handle und ob ich bewusst Korrekturen vornehmen möchte.
Schritt 5: Die Langzeitziele – wie ich sie realistisch plane
Das sind meine Ziele mit längeren Zeithorizonten, die ich mit der Goal-Setting-to-the-Now Methode aus dem Buch „The ONE thing“ von Gary Keller angehen werde. Aber dafür ist noch Zeit. Zuerst lasse ich mir ein paar Tage Zeit, um meine Mindmap zu spüren, zu schärfen und zu ergänzen.
Wenn dir diese Selbstcoaching-Methode zusagt …
… dann kann es gut sein, dass du bereits mitten auf dem Weg bist – hin zu mehr Selbstreflexion, innerer Klarheit und bewussterer Gestaltung deines Lebens. Und vielleicht ist genau das der Moment, um einen Schritt weiter auf dieser Reise zu gehen. Tiefer einsteigen. Besser verstehen, wie Fragen und Methoden Menschen helfen, das Leben zu leben, das ihnen entspricht.
Die Art, wie ich mein Jahr reflektiere, ist kein reines Privatvergnügen. Es sind Methoden, die wir in unserer Coaching-Ausbildung weitergeben. Wir vermitteln fundierte Coaching-Tools, die dich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich wachsen lassen – Schritt für Schritt, mit viel Raum für Übung, Feedback und tiefer Selbstreflexion.
Wenn du dich intensiver damit beschäftigen willst – dann findest du hier mehr zur Ausbildung zum/zur Dipl. Coach bei uns an der Balance Akademie.
Wenn du dich ein ganzes Wochenende mit deiner Vision, deinen Zielen und dem Weg dorthin auseinandersetzen willst, dann ist unser Seminar Vision und Fokus vielleicht ein Next Step für dich.
👉 Die Autorin Eva Scheucher ist eine der Haupttrainer*innen unserer umfassenden Lehrgänge zum Coach oder psychosozialen Berater*in.
