Wie finde ich die passende Coaching-Ausbildung?

Wie finde ich die passende Coaching-Ausbildung?

Wie finde ich die passende Coaching-Ausbildung?

Die Suche nach der richtigen Coaching-Ausbildung beginnt meistens mit der falschen Frage. Die meisten Menschen suchen nach „der besten“ Ausbildung – als gäbe es eine, die für alle gleich gut ist. Gibt es nicht. Es gibt die Ausbildung, die zu deinem Vorwissen, deinem Ziel und dem Leben passt, das du gerade führst.

Der Markt macht es einem dabei nicht leicht. In den letzten Jahren sind zu den etablierten Instituten viele neue Anbieter dazugekommen, mit sehr unterschiedlichen Formaten, Längen und Ansprüchen – vom Wochenendseminar bis zur mehrjährigen Berufsausbildung. Wer sich einen Überblick verschaffen will, findet vor allem eines: Verwirrung. Und die häufigste Reaktion darauf ist, die Entscheidung erst mal zu verschieben.

Wir bieten selbst drei unterschiedliche Formate an – eine einwöchige, eine zweijährige und eine dreijährige systemische Coaching-Ausbildung, weil Menschen mit sehr unterschiedlichem Vorwissen und sehr unterschiedlichen Zielen zu uns kommen. Dieser Artikel soll dir helfen herauszufinden, in welche Richtung du gerade unterwegs bist.

Drei Fragen, bevor du irgendein Format anschaust

Bevor du Ausbildungsprogramme vergleichst, Preise recherchierst oder Infoabende besuchst, lohnt es sich, bei dir selbst anzufangen. Drei Fragen reichen für den ersten Überblick.

Wie viel Vorwissen bringst du mit?

Coaching ist selten der erste Kontaktpunkt mit Gesprächsführung, Beratung oder Kommunikationstrainings. Viele, die eine Ausbildung suchen, führen bereits Mitarbeiter*innengespräche, beraten Kolleg*innen informell, arbeiten in einem pädagogischen, sozialen oder medizinischen Beruf – oder haben in ihrer Führungsrolle längst gemerkt, dass gute Fragen mehr bewirken als gute Ratschläge.

Andere haben noch wenig formelle Ausbildung in die Richtung: Sie haben ein Talent fürs Zuhören, aber noch kein systematisches Handwerkszeug, keine Methode, keine Haltung, auf die sie zugreifen und die sie verfeinern können.

Beides ist ein guter Ausgangspunkt – nur eben für unterschiedliche Formate.

Was ist dein Ziel?

Das ist die entscheidende Frage, und sie lässt sich grob in drei Richtungen beantworten:

  • Du willst dein bestehendes berufliches Repertoire erweitern – mehr Tiefe in Gesprächen, mehr Wirkung in deiner jetzigen Rolle als Führungskraft, Trainerin oder Berater**in.
  • Du willst eine fundierte Zusatzqualifikation aufbauen, mit der du perspektivisch auch eigenständig coachen kannst – in und zusätzlich zu deinem Beruf, in deinem Tempo.
  • Du willst eine vollständige Berufsausbildung, die dich befähigt, hauptberuflich und selbstständig als Coach zu arbeiten, mit allem, was dazugehört – bis hin zum Gewerbeschein für Lebensberatung.

Diese drei Ziele lassen sich nicht mit derselben Ausbildung erreichen. Eine Woche macht niemanden zur eigenständigen Praxis fähig, und eine dreijährige Ausbildung ist für jemanden, der nur seine Gesprächsführung im Job verbessern will, ein Overkill, der eher abschreckt als hilft.

Wie viel Zeit – und wie viel von dir selbst – willst du investieren?

Das wird oft unterschätzt. Eine Coaching-Ausbildung, die über die Basics und Methoden hinausgeht, verändert etwas in dir selbst. Das bei einer tiefergehenden Ausbildung Teil des Konzepts: Wer andere in schwierigen, emotionalen Momenten sicher begleiten soll, muss vorher selbst gelernt haben, mit den eigenen blinden Flecken, Mustern und Reaktionen umzugehen.

Das ist nicht bei jedem Format in gleichem Maß der Fall – und muss es auch nicht sein. Eine einwöchige Ausbildung vermittelt dir Handwerkszeug, keine tiefgreifende Selbsterfahrung. Hier kannst du eine bewusste Entscheidung darüber treffen, wie viel Zeit und persönliche Auseinandersetzung du gerade investieren willst und kannst.

Die drei Formate im Überblick

Eine Woche: Einblick und Methodenkoffer

Gedacht für Menschen, die bereits beruflich mit anderen im Gespräch sind – als Führungskraft, Trainer*in, Personalentwickler*in – und ihre Gesprächsführung um systemische Fragetechniken erweitern wollen. Du bekommst ein konzentriertes Repertoire an Gesprächsskills und Methoden, mit dem du in deiner bestehenden Rolle unmittelbar wirksamer wirst.

Was diese Woche nicht ersetzt: umfangreiche praktische Erfahrung, tief gehende Selbstreflexion und sie führt nicht zu einem Gewerbeschein. Wer das anstrebt, sollte gleich in einem größeren Format planen, statt sich über mehrere Kompaktkurse zur vollen Ausbildung „hochzuarbeiten“.

➡️ Mehr zum einwöchigen Format

Zwei Jahre: Fundierte Zusatzqualifikation

Für alle, die systemisches Coaching ernsthaft lernen wollen – mit echter Methodenvielfalt, hohen Praxisanteilen, viel Selbstreflexion und Supervision – ohne dafür ihren Beruf aufzugeben. Das Format ist berufsbegleitend konzipiert und richtet sich an Menschen, die neben ihrer bestehenden Tätigkeit eine belastbare Coaching-Kompetenz aufbauen wollen, die auch nach außen sichtbar wird.

➡️ Mehr zum zweijährigen Format

Drei Jahre: Vollständige Berufsausbildung

Die umfassendste Variante, für alle, die Coaching zu ihrem Hauptberuf machen wollen – inklusive der fachlichen Tiefe, der Selbsterfahrung und der Zertifizierung, die für den Gewerbeschein der Lebens- und Sozialberatung notwendig ist. In Österreich ist das relevant, wenn du selbstständig und gewerblich coachen willst.

Das ist die Ausbildung, die am meisten von dir verlangt – zeitlich, finanziell, persönlich. Und die dafür auch den größten Impact auf dein Leben hat.

➡️ Mehr zum dreijährigen Format

Und jetzt?

Wenn du nach diesen drei Fragen und der kurzen Übersicht schon eine Richtung spürst: gut. Dann findest du auf der jeweiligen Formatseite alle konkreten Informationen zu Ablauf, Inhalten und Kosten.

Wenn du merkst, dass es bei dir in Richtung der vollständigen, dreijährigen Ausbildung geht, empfehlen wir dir einen zweiten Schritt vor der eigentlichen Formatseite: unser Starterkit. Es enthält 13 Reflexionsfragen, die über die drei hier gestellten hinausgehen, unsere Haltung zu einer wirksamen Coaching-Ausbildung im Detail – und eine Vergleichsliste, mit der du uns und andere Institute nüchtern gegenüberstellen kannst. Gerade bei einer Entscheidung dieser Tragweite ist gründliches Vergleichen Teil einer guten Entscheidung.

➡️ Starterkit herunterladen


Falls du noch unsicher bist, ob eine Coaching-Ausbildung überhaupt der richtige Schritt für dich ist, oder was systemisches Coaching von anderen Ansätzen unterscheidet, findest du dazu mehr in unseren Artikeln „Wann ist es Zeit für eine berufliche Veränderung?“ und „Was ist systemisches Coaching?“.


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