Komm, lass uns das mal vollkommen überbewerten!

Komm, lass uns das mal vollkommen überbewerten
Bewusst bewerten – wie du deine Sichtweise aktiv steuern kannst
Vergangenes Wochenende war ich die Mitgestalterin eines Seminars zum Thema „Selbstwert und Erfolg“. Die Teilnehmenden durften reflektieren, welchen Wert sie sich selbst und anderen beimessen.
Während ich normalerweise eine Verfechterin der Bewertungsfreiheit (Achtsamkeitsprinzip) bin, möchte ich dir heute eine weitere Vorgehensweise im Umgang mit Werten und Bewertungen vorstellen, die dein Leben um einiges freier und unbeschwerter machen könnte.
Der erste Schritt: Bewusst wahrnehmen, wie du bewertest
Unser Gehirn bewertet ständig – oft, ohne dass wir es merken. Der erste Schritt ist, sich dieser Automatismen bewusst zu werden und sie zu hinterfragen:
- Wie bewerte ich meine eigene Leistung?
- Wie bewerte ich meinen Erfolg?
- Wie bewerte ich meinen Partner/meine Partnerin?
- Wie bewerte ich meine Eltern oder meine Kinder?
- Wie bewerte ich andere Menschen, denen ich tagtäglich begegne, und woran mache ich ihren Wert für mich fest?
- Was ist wertvoll für mich und was wertlos?
- Wie wertvoll fühle ich mich?
- Welche Gegenstände in meinem Haus/meiner Wohnung sind mir besonders wertvoll – und passt das mit ihrem monetären Gegenwert zusammen?
- Fühle ich mich wertgeschätzt – und wenn ja, woran merke ich das?
- Woran mache ich fest, dass jemand mich nicht wertschätzt?
Was unser Gehirn automatisch abwertet
Unsere Bewertungen beeinflussen unser Verhalten – ob bewusst oder unbewusst. Und oft neigen wir dazu, eher abzuwerten als aufzuwerten:
- Wir vergleichen uns selbst mit anderen und finden, dass wir „weniger …“ sind als sie.
- Wir werten andere ab, weil ihr Verhalten nicht unseren anerzogenen Maßstäben entspricht.
- Etwas oder jemand war uns einmal „enorm viel wert“, doch mit der Zeit scheint dieser Wert abzunehmen, weil wir uns daran gewöhnt haben.
Diese Muster laufen oft automatisch ab – aber du kannst sie beeinflussen.
Bewusst bewerten – deine Einladung zum Experiment
Du kannst dich jederzeit dafür entscheiden, deine Bewertungen bewusst zu steuern. Das bedeutet nicht, dass du alles nur noch „positiv sehen“ sollst, sondern dass du aktiv lenken kannst, worauf du deinen Fokus richtest.
Hier sind drei kleine Experimente, die du ausprobieren kannst:
- Gegenstände neu bewerten:
- Welchen Wert hat einer deiner Lieblingsgegenstände für dich?
- Wie sehr erleichtert oder verschönert er dein Leben?
- Hat sich sein Wert für dich über die Zeit verändert?
- Menschen bewusst aufwerten:
- Könntest du dich dafür entscheiden, Menschen in deinem Umfeld pauschal aufzuwerten?
- Sie wertzuschätzen und zu bewundern, für all das, was sie Positives in die Welt bringen – unabhängig von dem, was du eventuell nicht an ihnen schätzt?
- Deinen eigenen Wert erkennen:
- Wofür könntest du dich selbst heute bewusst wertschätzen?
- Welche deiner Eigenschaften machen dich unvergleichlich?
- Was würde in der Welt fehlen, wenn du nicht da wärst?
- Woran machst du fest, dass du wertvoll bist?
Könntest du alles tun. Musst du aber nicht.
Eva Scheucher ist Lehrcoach, Ausdauersportlerin und Achtsamkeitsspezialisitin. Seit 2012 begleitet die Betriebswirtin Menschen zu mehr Bewusstheit, Klarheit und Achtsamkeit. Ihre Schwerpunkte liegen dabei in der Ausbildung von Coaches und Berater:innen, Visionsarbeit und der wirkungsvollen Gestaltung von privaten und Arbeitsbeziehungen. Seit 2021 leitet sie Ausbildungen zum Thema Achtsamkeit an der Balance Akademie.
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